Heute haben wir uns vom Meer verabschiedet, einen Teil mit dem Zug gemacht, nochmals Frankreich besucht und waren auf über 1000 m über Meer.
Nachdem wir uns nicht entscheiden konnten, ob wir jetzt alles der Küste entlang bis Genua fahren oder doch lieber mit dem Zug über die Seealpen fahren sollen, hat ein Kompromiss gewonnen. Uns fehlte nämlich nur noch das Küstenstück bis Imperia. Den Teil von hier nach Genua hatten wir bereits vor einigen Jahren einmal beradelt. Da unsere Memory-Einheit noch einigermassen intakt ist, wollten wir dem Hirn diese Doppelerinnerungslast ersparen.
Planung und Umsetzung
Zeitlich sollte es gut aufgehen: mit dem Velo nach Imperia, mit dem Zug zurück nach Ventimiglia, Glace essen und dann mit dem zweitletzten, von vier täglichen Zügen über den Berg ins Piemont nach Cuneo.
Flugs auf die Räder und nochmals den Blick aufs Meer genossen.



Zugfahrt
Etwas unsicher waren wir wegen dem Zug über die Alpen. Der fährt zweimal am Morgen und zweimal am späteren Nachmittag/Abend. Also besser in Imperia am Billetschalter die Tickets lösen, damit allfällige Hinweise des kompetenten Schalterpersonals frühzeitig ausgewertet werden können. Die gute Frau hinter Glas hörte den in Stichworten wohlformulierten Wünschen zu, konsultierte den Fahrplan und nahm dann gekonnt den mobilen Fernsprecher zur Hand. Bei einem offenbar sehr gesprächigen Gegenüber, fragte sie nach, ob der Zug wie geplant heute auch fahre. Neben anderen Nettigkeiten, bestätigte er diesen Sachverhalt. Mit vielen gedruckten Belegen standen wir bald darauf auf dem Perron Richtung Ventimiglia.

Unser Zug entsprach nicht dem Gegenzug auf dem Bild. Offenbar wird auch eine Museumsbahn im Regelverkehr eingesetzt.
Nach einem Glace in Ventimiglia und viermal Velo die Treppe runter und rauf tragen, konnten wir dann in unseren Zug nach Cuneo einsteigen. Der Zug fährt über die als Tendabahn bekannte Bergstrecke. Auch wenn dieser Zug nicht alt wirkt, keucht er den Berg hoch. Dreimal hält der Zug fahrplanmässig für 5 min. an kleinen Bahnhöfen. In allen drei Fällen kamen wir aber 3-5 min. zu früh an, so dass es 10 min. Pausen wurden.


Raucherinnen und Raucher freute es ebenso wie die Lok. Alle rauchten gemeinsam. So erreichten wir Cuneo pünktlich gegen halb acht.
Unser B&B-Host meinte, dass wir ja richtig Glück gehabt hätten, dass der Zug gefahren und pünktlich gewesen sei.
Nicht nur ein wunderschönes Zimmer haben wir gefunden, sondern auch in einer solchen Osteria gegessen und haben jetzt sehr dicke Augen. Das Essen war nämlich nicht nur sehr fein und echt piemontesisch, sondern auch wunderschön angerichtet – und das Auge isst ja bekanntlich mit.

Fundstück heute
Falls ihr euch auch schon gefragt habt, warum in Italien zum Frühstück schon immer Kuchen serviert wird, beim Frühstück hing folgendes Schild mit der Auflösung:

Route von heute
Strecke heute: 44 km ↔️ und 280 hm ↗️


